1.) Der am 14. Juli verübte Mord an über 80 Menschen in Nizza ist ein brutales Verbrechen und muss strafrechtlich verfolgt werden. Den Opfern gilt unsere volle Anteilnahme. Doch wir weisen auf unsere Stellungnahme zu den Terroranschlägen 2015 und 2016 hin und fügen hinzu: Verbrechen müssen sorgfältig aufgeklärt werden ohne sofort Terrorismus-Vermutungen als Totschlag-Argument dazu zu benutzen, unsere Gesellschaften in Europa in Angst zu versetzen und gefügsam zu machen für weitere Schritte weg von der Demokratie, hin in Richtung Überwachungsstaat. Die Ausweitung des Ausnahmezustandes in Frankreich nach Nizza ist daher problematisch.

2.) Ein Internet für alle, ohne Privilegien für wenige: Wir brauchen auch in Europa garantierte Netzneutralität! Wie? Bis Montag, 18. Juli um 14 Uhr, mitkommentieren, unterzeichnen und Flagge zeigen - HIER. Jetzt ist die Zeit, jetzt ist der Tag! Mehr Infos dazu auch auf netzpolitik.org.

3.) Freiheit gegen Alltagskomfort? Dieses Dilemma knöpft sich Prof. Dr. Meyer-Ebrecht am Dienstag, 19. Juli, 20 Uhr, an der Uni Freiburg in seinem Vortrag vor (für mehr Infos einfach auf den Plakatlink unten klicken) - save the date, seid mit uns dabei!

2016.07.19 Plakat Meyer-Ebrecht

 

Am 5. Juli um 19 Uhr spricht der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar in der Uni Freiburg zum Thema: "Informationsgesellschaft ohne Datenschutz?" Der Vortrag ist gratis und offen für alle - wir sind vor Ort! Es verspricht, sehr spannend zu werden! Wir freuen uns nicht nur darauf, mit Schaar und allen Interessierten ins Gespräch zu kommen, sondern auch über unseren letzten Workshop vor der Sommerpause zu informieren: Wie funktioniert das Internet? Die Basics reloaded! Am 14. Juli, 20 Uhr, in der Turnseestraße 16 (ESG Freiburg) - save the date! Ein Workshop mit Praxistipps, Apps und Kniffen, wie das Internet grundlegend funktioniert und wie man einfach und sicher seine Privatsphäre schützen kann. Mit dabei: Datenschutzexperte Jens Glutsch aus Karlsruhe und vier verschiedene Stationen zum Mitmachen mit dem eigenen Laptop, Smartphone, Tablet. Kommt vorbei und macht Eucht praktisch fit in Fragen rund ums sichere Surfen mit dem Smartphone, Browser, Verschlüsselung, Tracker-Stopper und die Frage, wie sich das Internet eigentlich finanziert!

Digitalisierung einmal ganz neu sehen? Nächsten Donnerstag, 23. Juni, 19.30 Uhr, gestalten wir gemeinsam mit dem Künstler NaturalOrlando eine Performance-Aktion an der Ecke Kaiser-Joseph-Straße/Engelstraße (am Basler Hof, gegenüber Thalia) in Freiburg. Zur Aktion und zu uns allgemein haben wir Radio Dreyeckland ein Interview gegeben. Außerdem findet ihr die Ankündigung der Performance auch im Kalender gegen Überwachung. Mensch, Algorithmen, Ästhetik - wie hängt das zusammen? Die Faszination der Kunst und ihr Potential für unsere Fragen rund um Digitalisierung stehen hier im Zentrum. Schaut vorbei und lasst uns an unserem Stand miteinander ins Gespräch kommen!

Die digitale soziale Bewegung voranbringen, in Baden-Württemberg, Deutschland, Europa; Grund- und Freiheitsrechte auch im Netz stark machen, alltagsnah, für uns alle als BürgerInnen: Diesen Zielen sind wir jetzt einen Schritt weitergekommen. Mit anderen Organisationen und Initiativen in ganz Europa findet ihr uns nun auch auf der "Plattform gegen Überwachung". Erkundet unseren Beitrag und die Vielfalt der Initiativen vor Ort!

Wir stellen am Dienstag, 24. Mai, von 12.00 bis 13.30 Uhr unsere Arbeit und die nächsten Aktionen für die breite Öffentlichkeit vor, und zwar mit einem Stand in Freiburg am Eingang der Mensa Flugplatz (Georges-Köhler-Allee 82, Gebäude 082). Alle, die Lust und Zeit haben, insbesondere Studis, laden wir herzlich ein, sich zu informieren, Fragen rund um die Digitalisierung zu stellen und unsere Arbeit kennenzulernen. Schaut vorbei - an der Mensa oder dann bei unserem nächsten Plenum (siehe rechts oben bei "Aktuelles")! Wir freuen uns auf euch!

Diese Woche, am 29./30. April 2016, gibt es wieder die Deutsch-Französischen Kulturgespräche Freiburg, diesmal mit folgendem Titel: "Geld oder Leben. Gesellschaftsentwürfe in Zeiten von Globalmarkt und EU-Krise". In diesem Rahmen wird am Samstag, 30. April, 20 Uhr, nochmals "Democracy - Im Rausch der Daten" im Kommunalen Kino gezeigt. Der Eintritt ist frei, im Anschluss gibt es eine Diskussion mit Regisseur David Bernet! Kommt vorbei, diskutiert mit! Trailer und mehr Infos? Gibt's auch HIER.

Am Freitag, 29. April 2016, sind wir mit dabei bei der Anti-Prism-Party (4. Staffel) im ZKM (Zentrum für Kunst- und Medientechnologie) Karlsruhe. Wir sind unter der Rubrik "Expertentische" als "Station 4: Informationelle Selbstbestimmung" zusammen mit dem Forum Privatheit zu finden. Eindrücke von der Anti-Prism-Party 2013 gibt es HIER. Schaut vorbei, es wird spannend!

Nach den terroristischen Anschlägen im Februar 2015 in Brüssel fordern einige PolitikerInnen weitergehende Maßnahmen in Richtung Massenüberwachung und Ausweitung der Befugnisse für Sicherheitsbehörden. Dabei wird übersehen, dass es z.B. in Frankreich beides gibt, dies aber nicht geholfen hat - und nicht helfen kann. Weiterführende Links und Informationen hierzu haben wir schon in unserer Stellungnahme zu den Terroranschlägen von Paris im November 2015 angegeben. Selbstbestimmt.Digital e.V. ist die Wahrung der Grund- und Bürgerrechte in Europa wichtig. Wir möchten vor den "kleinen Schritten" in eine Überwachungsgesellschaft warnen, wie sie Tom Hillenbrand in "Eine verführerische Logik" treffend beschrieben hat.

Wir stellen fest:

1.) Der Islam ist eine Religion der Liebe und Barmherzigkeit. Islamistische terroristische Gruppen wie der sogenannte "Islamische Staat" (IS) morden "im Namen Allahs". Für viele muslimische BürgerInnen ist dies Gotteslästerung. Wie andere religiöse Gruppen verabscheuen auch sie derartige Gewalt.

2.) Wir sollten nach Ursachen für Terrorismus suchen und Probleme lösen statt zu versuchen, kriminelle (Terror-)Netzwerke und Einzelpersonen durch Massenüberwachung aller BürgerInnen zu bekämpfen. Der Abbau kollektiver Grundrechte steht in keinem Verhältnis zu den erwartenden Erfolgen.

3.) Es gibt bereits viele Befugnisse zur Überwachung. Es ist unnötig, diese wegen Terrorgefahr weiter auszuweiten. Stattdessen sollten bestehende Möglichkeiten vernünftig genutzt und rechtsstaatlich kontrolliert werden. Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgericht, das Teile des BKA-Gesetzes im Bereich der Terrorabwehr als verfassungswidrig bezeichnet, weist hier in die richtige Richtung.

4.) Wenn Anschläge nicht verhindert oder Verbrechen nicht aufgeklärt werden konnten, wird gern der Datenschutz dafür verantwortlich gemacht. Das ist Unsinn. Datenschutz steht schon immer zurück, wenn spezifischere Interessen betroffen sind.

5.) Hintertüren bei der Verschlüsselung sind keine Lösung. Wenn jeder Hersteller bei einer staatlichen Stelle Ersatzschlüssel hinterlegen muss, dann ist niemand mehr sicher. Abgesehen davon, dass sich die "Bösen" kaum daran halten werden.

Das neue Jahr 2016 ist noch wenige Tage alt, mancher Neujahrsvorsatz wartet noch auf seine Umsetzung. Sich endlich mal über Überwachung in Alltag, Arbeitswelt und Politik informieren, aber bitte interaktiv, unterhaltsam, alltagspraktisch? Das geht hervorragend derzeit am ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) in Karlsruhe im Ausstellungskomplex der GLOBALE.

Wir empfehlen besonders die Ausstellungen zu Überwachung und Zensur (bis 1. Mai 2016) und zur Infosphäre des 19. und 20. Jahrhunderts (bis 31. Januar 2016). Von einem Büro für Edward Snowden über begehbare Karten der globalen Internetinfrastruktur zu provokanten Plakaten und Kamera-Einkaufsläden für den privaten Bedarf - es lohnt sich, die GLOBALE zu entdecken!

Achja, und sich im neuen Jahr endlich mal ans E-mailverschlüsseln machen? Das geht bei uns, aber auch - und genauso sympathisch - auch mit der Anleitung bei DRadio Wissen. Viel Spaß!

"Denn wir wissen (nicht), was wir tun"

Am 1. Dezember 2015 fand in den Räumen der ESG Freiburg unser Workshop "Denn wir wissen (nicht), was wir tun" statt. Rund 30 Interessierte aus allen Schichten der Gesellschaft diskutierten zusammen mit namhaften Referenten wie Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Müller, Prof. em. Dr. Dietrich Meyer-Ebrecht, Dr. Gernot Meier und Roland Schäfer über die Auswirkungen des Digitalen Wandels auf unser Leben als Menschen, BürgerInnen, KonsumentInnen - und darüber, welche Handlungsoptionen sich uns bieten. Für die TeilnehmerInnen, aber natürlich auch für alle anderen, haben wir die Flipcharts mit den Diskussionsergebnissen angefügt.

Gruppe2    Gruppe1

Gruppe3    Gruppe4

Gruppe5

Als Veranstalter bedanken wir uns bei den Referenten. Und planen, bestärkt durch den Erfolg, bereits nachfolgende Veranstaltungen.