Mehr Datenschutz durchs Telefon?

Vor einiger Zeit wollte ich eine Apple ID von einem nicht mehr verwendeten iPhone löschen. Ich dachte, kein Problem, eben einloggen, löschen anklicken, fertig. Aber nichts da. So einfach macht Apple es einem nicht. Nach kurzer Suche war dann aber doch eine Lösung gefunden. Online ist dies nicht möglich, man muss hierfür den Apple Support telefonisch kontaktieren. Das klingt erstmal ziemlich umständlich, und das war es auch. Aber zugleich höchst unterhaltsam.

Man ruft also bei Apple an und bittet den Support Mitarbeiter darum, die Apple ID zu löschen. Man muss sich etwas rechtfertigen, aber wenn man dann etwas Überzeugungsarbeit geleistet hat, dass man das tatsächlich möchte, geht es weiter. Der Support Mitarbeiter darf einem jedoch nicht direkt weiterhelfen, sondern muss den Anrufer hierzu an seinen Vorgesetzten verbinden. Diesem erklärt man also erneut sein Anliegen und muss dann einige Fragen beantworten um zu beweisen, dass man auch tatsächlich der Inhaber der genannten Apple ID ist. Soweit so gut.

Dann beginnt der unterhaltsame Teil. Der Mitarbeiter liest einem eine Reihe Texte vor mit denen sich Apple rechtlich absichern möchte. Also, dass die Daten danach weg sind, man es nicht rückgängig machen kann, und so weiter. Nach jedem Absatz wird man dann gefragt ob man es verstanden hat und weitermachen möchte. Eine ziemlich langwierige Angelegenheit die gut und gerne 15 Minuten gedauert hat.

Auf der einen Seite natürlich ziemlich zeitaufwändig und umständlich für den Kunden, aber auch für Apple. Ich fand es jedenfalls unterhaltsam mir vorzustellen, wie ein Callcenter-Mitarbeiter, der auf Teamleiter-Ebene arbeitet, sich Seite um Seite an einem ewig langen Script entlang hangeln muss. Und anstatt mich darüber zu ärgern, wie mir meine Zeit geklaut wird, habe ich es als Unterhaltung genossen und währenddessen über die Effektivität des Ganzen nachgedacht.

Wenn man jedenfalls die Datenschutzerklärungen, welche man im Rahmen der Anmeldung zu Online-Diensten präsentiert bekommt über das Telefon vorgelesen bekommen würde, wäre das vielleicht gar nicht so verkehrt. Das Ganze wäre extrem zeitaufwändig und teuer für Unternehmen, was einen Anreiz schaffen würde die Texte kurz und verständlich zu halten. Und ich schätze, dass es auch auf Seiten der User ernster genommen würde. Wenn man nur den kleinen Haken „Ich willige ein, dass meine Daten ...“ setzen muss ist der Anreiz sich inhaltlich damit auseinander zu setzen ja schließlich doch eher gering.