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Es ist soweit: Selbstbestimmt.Digital e.V. gestaltet die Jahreskonferenz des Forum Privatheit 2019 mit! Am 21. November sind wir vor Ort und am 22. November live dabei mit unserem Vortrag, im Track 2 (10.15 bis 11.45 Uhr) "Informationelle Selbstbestimmung und Kompetenzen". LeTuAnA und Digital Empowerment in der Praxis? Dies und mehr zeigen wir vor Ort. Wir sehen uns in Berlin!

Die Welt zu Gast bei den Vereinten Nationen in Berlin: Das Internet Governance Forum 2019 bietet vom 25. bis 29. November ein fantastisches Programm an Workshops, Talks, Diskussionen und Treffen rund um die soziale, politische und wirtschaftlich-technische Gestaltung des Internet. Und das bei freiem Eintritt und der Möglichkeit zur Anmeldung für die offline- oder online-Teilnahme bis 29. November! Citizens, policy makers, activists of the world: Be welcome!

Am Dienstag, den 10. Dezember 2019 findet ab 18:00 unser erstes Digital-Café in Freiburg statt. Thema ist der Umgang mit Gesundheitsdaten für Forschungszwecke. Weitere Infos gibt es hier.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) ist die (US-amerikanische) Bürgerrechtsorganisation für digitales Leben. Sie ist bekannt dafür, nicht nur zu reden, sondern Dinge zu tun. So wurde Software (und Apps) unter ihrem Dach geschrieben, etwa das Browser-AddOn "HTTPS Everywhere". Inzwischen haben die meisten Browser diese Funktion eingebaut.

Heute werden die Inhalte der meisten Webseiten verschlüsselt übertragen – dank "Let's Encrypt". Dahinter steckt allerdings Certbot – das Programm der EFF, welches die Vergabe der TLS-Zertifikate im Hintergrund automatisiert. Auch hier hat die EFF einen langen Atem bewiesen und dazu beigetragen, dass sich die Dinge nachhaltig verändert haben.

Der neueste Coup der EFF richtet sich an die Politik, da nur der Gesetzgeber die rechtlichen und somit auch ökonomischen Rahmenbedingungen bzgl. der Geschäfte mit Nutzungsdaten regeln kann. Wenig technik-affine Menschen wähnen sich bezüglich ihrer Nutzung von Online-Diensten immer noch(!?) in trügerischer Sicherheit oder haben schlicht kapituliert. Sei es, weil man "ja doch nichts ändern kann" (und die coole App unbedingt haben will) oder weil die Datenschutzerklärung (bewusst?) schlecht geschrieben und zu lang ist.

Im aktuellen Beitrag "Behind the one way mirror" erklären die Autoren, wie Tracking funktioniert und wer welche Interessen dabei verfolgt. Der Artikel ist nur in englischer Sprache verfügbar. heise hat allerdings heute kurz darüber berichtet. Falls Sie weitere Artikel zu Tracking finden, schicken Sie uns diese – wir ergänzen sie dann hier.

Selbstbestimmt.Digital startet ein neues Format in Freiburg: Das Digital-Café. Ab Dezember laden wir im Abstand von ungefähr zwei Monaten zum Digital-Café in Freiburg ein. Neben unseren größeren Aktionen, die inzwischen quer durch Deutschland stattfinden, wollen wir den Austausch vor Ort in Freiburg wieder stärker in den Fokus nehmen. Daher soll das Digital-Café, welches voraussichtlich immer dienstags ab 18:00 stattfinden wird, einen Rahmen zur Diskussion aktueller Fragestellungen der digitalen Selbstbestimmung, aber auch von mitgebrachten Themen bieten.

Der Zeitplan sieht wie folgt aus:

  • Ab 18:00 treffen sich diejenigen, die möchten, zum gemeinsamen Essen und informellen Austausch.
  • Um 19:00 gibt es einen Impuls zu einem aktuellen Thema, welches vorab angekündigt wird.
  • Im Anschluss kann dann zum Thema des Abends, aber auch zu mitgebrachten Themen diskutiert werden.

Am Dienstag, den 10. Dezember 2019 starten wir mit dem Thema „Gesundheitsdaten – Sticht das Forschungsinteresse den Datenschutz?“. Im Rahmen der Diskussion um das Digitale-Versorgungs-Gesetz gab es Anfang November viel Kritik an der Sammlung von Abrechnungsdaten zu Forschungszwecken. Dabei wurden vielfach Stimmen laut, die recht einseitig ein Verhindern der Forschung durch den Datenschutz oder einen Ausverkauf des Datenschutzes bei Nutzung der Daten sahen. Wir wollen etwas tiefer in die Thematik einsteigen, um gemeinsam etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Daher wollen wir uns beim Digital-Café diesen und weiteren Fragen widmen:

  • Was ist überhaupt Gegenstand des nun verabschiedeten Gesetzes und was ändert sich im Vergleich zur bisherigen Situation?
  • Wie sicher ist das geplante Vorgehen der pseudonymisierten Nutzung von Abrechnungsdaten?
  • Wie gewichtig ist das Interesse der Allgemeinheit an Forschungsdaten und darf die informationelle Selbstbestimmung des Einzelnen dahinter zurückstehen?
  • Ist es überhaupt so, dass man zwischen Forschungsdaten und Datenschutz entscheiden muss, oder dient der Datenschutz nicht vielmehr dazu, einen sinnvollen Umgang mit den Abrechnungsdaten zu finden?
  • Sollte es ein Widerspruchsrecht geben? Und wäre auch die freiwillige Nutzung von Daten eine sinnvolle Möglichkeit für die Forschung?
  • Wie sieht die Situation in anderen Ländern aus? Wie geht man dort mit der Thematik um?

Ort für das Digital-Café am 10.12.2019: Timeout Freiburg, Talstr. 9, 79102 Freiburg.

Um Anmeldung über diese Seite wird gebeten.

Seit 2018 beraten wir als Teil des Advisory Boards die Stadt Karlsruhe für die Bewerbung um den Titel "UNESCO Creative City of Media Arts". Nun, am 30. Oktober, gab die UNESCO Generaldirektion in Paris ihre Entscheidung bekannt: Karlsruhe hat den Titel bekommen und ist nun Creativ City of Media Arts - und damit UNESCO-Stadt!


Karlsruhe Media Arts RGB_____PNG, ©Stadt Karlsruhe

Wir gratulieren Karlsruhe zur Aufnahme in das weltweite Creative Cities Netzwerk. Wir als Bewerbungspartner freuen uns besonders, dass wir in Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen aus Kultur, Kreativwirtschaft, Forschung, Wissenschaft und der digitalen Open-Source-Szene sowie städtischen Gesellschaften und Dienststellen die UNESCO Generaldirektion in Paris überzeugen konnten.

Mehr Infos dazu gibt es in der Pressemitteilung der Stadt Karlsruhe sowie unter folgenden Hashtags:

#art #germany #digital #culture #unesco #karlsruhe #mediaart #bawü #visitkarlsruhe #mediaculture #unescocityofmediaarts #cityofmediaarts

#KarlsruheIstMedienkunst –#MedienkunstIstKarlsruhe

Es war seit unserer Gründung 2015 die bislang größte Ehrung unseres Engagements, die wir als S.D erhalten haben: Auf Vorschlag der Robert Bosch Stiftung waren wir zum Bürgerfest des Bundespräsidenten am 30. August 2019 auf Schloss Bellevue eingeladen, zusammen mit rund 4.000 anderen Bürgerinnen und Bürgern, die, so wörtlich in der offiziellen persönlichen Einladung, "das Ehrenamt in herausragender Weise mit Leben erfüllen".

Neben wunderbaren Köstlichkeiten aus den Gastländern Finnland und Nordrhein-Westfalen durften wir spannende Musik und Podiumsdiskussionen zu Bildung im 21. Jahrhundert erleben, sowie eine atemberaubende Licht-, Musik- und Lasershow zum Abschluss. Doch ganz besonders bereichernd war der Austausch mit anderen engagierten Menschen und Organisationen, die uns in unserem Tun und wir sie in ihrem inspiriert haben: Neben dem Deutschen Trachtenverband, Freiwilliger Feuerwehr und DLRG waren dies insbesondere der Kinderschutzbund Bundesverband, Wikimedia Deutschland und vor allem: das engagierte Team ehrenamtlicher Data Scientists von Correlaid.

So war es schließlich ein kleiner, aber feiner Sahnetupfen, als wir mit einer Mitarbeiterin des Bundespräsidenten in Kontakt kamen, die uns mit dem zuständigen Ressort rund um Digitalisierung in Kontakt bringen möchte. "Vertraut den neuen Wegen" ...

DANKE für diese Ehre und Inspirationen, DANKE an alle im Team von S.D und DANKE an alle unsere Partner-Organisationen, Freund_innen und Unterstützer_innen! So arbeiten wir gerne weiter: für eine menschenwürdige, demokratische digitale Gesellschaft!

Einige Impressionen:

Video zur Abschluss-Show

Am 11.07.2019 beteiligten wir uns in Kichzarten an einem Workshop des Koordinationskreises der JugendarbeiterInnen des Landkreises zum Thema Nutzung sozialer Medien und Messenger im Rahmen der Jugendarbeit.

Bei Selbstbestimmt.Digital geht es darum, wie "normale Bürger" im "digitalen Zeitalter" leben. Am Rande geht es aber auch immer um die technischen Voraussetzungen und die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Im Verein stellten wir immer wieder fest, dass die Möglichkeiten begrenzt sind, den eigenen "digitalen Fußabdruck" im Sinne der Selbstbestimmung zu beeinflussen.

Auf der Suche nach Antworten, Gründen, Handlungsmöglichkeiten und aktuellen Entwicklungen kamen wir im Verein immer wieder auf den Begriff "Governance", hier verstanden als Aufgabe des Gesetzgebers, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Grundrechte "der Bürger" ermöglichen. Um politische Entscheider (ggfs. über "Druck aus der Bürgerschaft") darauf aufmerksam zu machen, hat Selbstbestimmt.Digital zu einzelnen aktuellen Themen Stellung bezogen, sich an Demos beteiligt, offene Briefe mit gezeichnet, etc..

Intern stellten wir uns die Frage, ob unsere Demokratie "kaputt" sei und welchen Anteil die Digitalisierung daran hat, z.B. beim Brexit. Das gehört am Rande zu unserem Vereinszweck, bewegt aber unsere Herzen im Hinblick auf Lösungsansätze. Wer sich weiter mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem empfehle ich den aktuellen Beitrag "Kontrollverlust der liberalen Demokratien" auf heise, in dem Ideen genannt sind, sowie das Buch "Wie Demokratien sterben - und was wir dagegen tun können".

Gemeinsam mit vielen Bürgerrechtsvereinigungen, Kryptoexpert_innen und Politiker_innen unterzeichnete auch Selbstbestimmt.Digital einen offenen Brief, der am 13.06. dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) zugestellt wurde.

Anlass war die zum wiederholten Male vorgebrachte Forderung der Sicherheitsbehörden, dass man die Kommunikation der Bürger_innen abhören können müsse, um sie vor "den Bösen" schützen zu können. Dies soll dadurch geschehen, dass die großen Anbieter Hintertüren einbauen sollen.

Egal, ob dies als Schnittstelle oder als bewusste Schwächung des Algorithmus eingebaut wird, es ist und bleibt eine blöde Idee. Denn – vereinfacht gesagt – was hindert es den Bösewicht, eine Software zu verwenden, die diese Hintertür nicht hat?

Unterm Strich bliebe: Alle Bürger sind unter Generalverdacht (und können leichter abgehört werden, was historisch belegt zu Begehrlichkeiten führt), aber die, die man erwischen will, entziehen sich der Überwachung.

Vor allem aber ist es notwendig, dass der Eingriff (z.B. durch "Quellen-TKÜ") aufwändig ist und möglichst auch Spuren hinterlässt.

Presse:

Weitere Artikel findet man unter "Cryptodebatte", "Key Escrow", etc..

Jens Gutsche, Simon Vollmer und Jonas Vollmer haben für Selbstbestimmt.Digital am 14.06.2019 einen Beitrag zur Jahreskonferenz des Forum Privatheit eingereicht. Der Titel lautet:

"Digital Empowerment in der Praxis: Medienkompetenz und Datenschutz als integrale Bestandteile lebensbegleitenden Lernens für Organisationen und Bürger_innen"

Lesenswert ist in diesem Zusammenhang auch die APuZ Ausgabe 24–26/2019 zum Thema "Datenökonomie" der Bundeszentrale für politische Bildung, in die Beiträge einer Konferenz des Forum Privatheit eingeflossen sind.

Jens Glutsch hielt für Selbstbestimmt.Digital Vorträge zur Demokratie im Informationszeitalter mit Bezug auf Digitalisierung und Wahlen. Am 12.05.2019 auf der OpenCodes im ZKM Karlsruhe und am 20.05.2019 auf der Privacy Week Stuttgart. Dort gab es am 24.05.2019 im Hospitalhof auch eine Lesung gemeinsam mit Oliver Koch, einem Karlsruher Science-Fiction-Autor. Bei allen Veranstaltungen entspannen sich Diskussion um Manipulation und Überwachung.

Hendrik vom Lehn gestaltete einen Praxis-Workshop mit Dr. Elisa Orrù zum Thema "Privacy in Practice". Der Workshop für Studierende der Liberal Arts and Sciences an der Uni Freiburg fand am 04.06.2019 statt.

Am 09.06.2019 hielt Jonas Vollmer gemeinsam mit Sebastian Berg vom Wissenschaftszentrum Berlin einen Workshop auf dem Pfingsttreffen des Evangelischen Studienwerks Villigst. Das Thema war "Digitalisierung und Demokratie & digitale Bildung der Bürger".