Diesen Monat ist die Datenschutzgrundverordnung in aller Munde. Wahrscheinlich hat so gut wie jede_r in den letzten Wochen unzählige E-Mails und Briefe erhalten, in denen auf die aktualisierten Datenschutzbestimmungen des ein oder anderen Anbieters hingewiesen wird. Bei den Unternehmen scheint das "Datenschutz-Update" der EU also angekommen zu sein. Aber was heißt das für mich als Nutzer_in? Welche Rechte habe ich eigentlich und was ist neu?

Darüber informiert Hendrik vom Lehn von Selbstbestimmt.Digital in einem Vortrag bei der Evangelischen Studierendengemeinde am Mittwoch, den 16.05.2018 um 20:00. Veranstaltungsort: ESG Freiburg, Turnseestr. 16, 79102 Freiburg.

© farbfilm verleih

Ab dem 25. Mai 2018 muss die Datenschutzgrundverordnung, das neue Datenschutzgesetz der EU, angewendet werden. Als Verein, der sich für Bürgerrechte im digitalen Raum einsetzt, wurden wir in den vergangenen Monaten oft hierauf angesprochen und haben bei vielen Gelegenheiten hierüber diskutiert. Passenderweise gibt es einen tollen Dokumentarfilm, welcher die Entstehung des Gesetzes samt Lobbying der Industrie zeigt. Da das Thema aktueller denn je ist, wollen wir den Film noch einmal den Menschen in unserer Region zeigen und darüber ins Gespräch kommen.

Unsere Daten sind die Währung unserer Zeit, mit der fast alle Dienstleistungen des Internets bezahlt werden. Kein Wunder also, dass sich die Verhandlungsführer der EU einer der größten Lobbykampagnen von Industrievertretern gegenübersahen, als sie die EU-Datenschutzgrundverordnung im Jahr 2015 verhandelten. Dieses Gesetz hat weitreichende Auswirkungen darauf, wer Zugriff auf unsere persönlichen Daten bekommt und was internationale Konzerne damit tun dürfen. Es muss ab Mai dieses Jahres angewendet werden.

Der Dokumentarfilm DEMOCRACY – Im Rausch der Daten bietet spannende Einblicke in die „Hinterzimmer“ der EU und zeigt damit auf noch nie dagewesene Weise, welcher Lobbygewalt sich die EU-Politik gegenübersieht. Indem der Film die Politiker Jan Philipp Albrecht und Viviane Reding bei den Verhandlungen begleitet, zeigt er die Kräfte einer politischen Auseinandersetzung hautnah und in anschaulicher Weise. Keine trockene Demokratietheorie, sondern Politik im Format eines Thrillers!

DatumOrtKinoReferentenEintritt
Mo. 14.05. 20:00Freiburgaka-Filmclub der Uni FreiburgHendrik vom Lehn (S.D.)1,50 Eur (plus Mitgliedschaft des aka-Filmclub)
Mo. 14.05. 20:00KenzingenLöwen-LichtspieleOlav Seyfarth (S.D.)Eintritt frei dank unserer Sponsoren!
Do. 17.05. 19:30Titisee-NeustadtKrone-TheaterOlav Seyfarth (S.D.)Eintritt frei dank unserer Sponsoren!
Fr. 25.05. 20:00
Achtung Terminänderung!
DonaueschingenCinebaarGerhard Krumm (S.D.)Eintritt frei dank unserer Sponsoren!
Fr. 25.05. 20:00Bad KrozingenJOKI-KinoHendrik vom Lehn (S.D.)Eintritt frei dank unserer Sponsoren!
So. 27.05. 16:30EmmendingenCineMajaOlav Seyfarth (S.D.) & Landeszentrale für politische BildungEintritt frei dank unserer Sponsoren!
So. 27.05. 19:30FreiburgKoKiJonas Vollmer (S.D.) & Landeszentrale für politische BildungEintritt frei dank unserer Sponsoren!
Die folgenden Partner unterstützen uns bei diesem Projekt:
Robert Bosch Stiftung
Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands e.V.
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau
Des weiteren danken wir dem farbfilm verleih, den beteiligten Kinos (Cinebaar, CineMaja, JOKI-Kino, KoKi, Krone-Theater, Löwen-Lichtspiele), sowie dem aka-Filmclub der Uni Freiburg. Ohne die großzügige Unterstützung all dieser Kooperationspartner wäre dieses Projekt nicht möglich!

Ab Mai diesen Jahres muss das neue Datenschutzrecht der EU angewendet werden. Neben den empfindlichen Bußgeldern welche vielfach diskutiert werden, gibt es auch einige Neuerungen welche Bürgern helfen sollen ihre Rechte gegenüber internationalen Konzernen besser durchzusetzen. Hierzu informieren wir in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Freiburg im Rahmen eines Vortrags: am Donnerstag den 19. April 2018 um 19:30 Uhr, im Untergeschoss der Stadtbibliothek Freiburg, Münsterplatz 17.

Nach den Kaskaden an Überwachungsgesetzen und dem Kleinreden von Freiheit, Bürgerrechten und Datenschutz während der letzten Regierungsjahre der Großen Koalition ist es nun Zeit für einen Neuanfang. Mit über 30 anderen ErstunterzeichnerInnen wenden wir uns an die FDP und die Grünen, damit eine Kehrtwende für eine menschenwürdige digitale Gesellschaft startet: nicht, um "Datenschätze zu heben", sondern um Digitalisierung selbstbestimmt und in Achtung unserer Bürger- und Grundrechte zu gestalten.

Digitalisierung im Gesundheitswesen wird heiß diskutiert – worum es dabei geht ist für uns als Patienten oftmals nicht überschaubar. Nach einem Kurzvortrag zum derzeitigen Stand der digitalen Vernetzung im Gesundheitswesen wollen wir gemeinsam die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in einen breiteren Kontext setzen. Die elektronische Gesundheitskarte, Fitnesstracker und Big Data im Gesundheitswesen sind Entwicklungen die weit über den Datenschutz hinausgehende Fragestellungen aufwerfen. Wir laden Sie dazu ein, diese mit uns zu diskutieren.

Die Veranstaltung findet am 19.10.2017 um 19:00 in den Räumlichkeiten der Evangelischen Studierendengemeinde (Turnseestraße 16, Freiburg) statt.

Um Anmeldung per E-Mail bis zum 16.10.2017 wird gebeten.

Vor einiger Zeit wollte ich eine Apple ID von einem nicht mehr verwendeten iPhone löschen. Ich dachte, kein Problem, eben einloggen, löschen anklicken, fertig. Aber nichts da. So einfach macht Apple es einem nicht. Nach kurzer Suche war dann aber doch eine Lösung gefunden. Online ist dies nicht möglich, man muss hierfür den Apple Support telefonisch kontaktieren. Das klingt erstmal ziemlich umständlich, und das war es auch. Aber zugleich höchst unterhaltsam.

Man ruft also bei Apple an und bittet den Support Mitarbeiter darum, die Apple ID zu löschen. Man muss sich etwas rechtfertigen, aber wenn man dann etwas Überzeugungsarbeit geleistet hat, dass man das tatsächlich möchte, geht es weiter. Der Support Mitarbeiter darf einem jedoch nicht direkt weiterhelfen, sondern muss den Anrufer hierzu an seinen Vorgesetzten verbinden. Diesem erklärt man also erneut sein Anliegen und muss dann einige Fragen beantworten um zu beweisen, dass man auch tatsächlich der Inhaber der genannten Apple ID ist. Soweit so gut.

Dann beginnt der unterhaltsame Teil. Der Mitarbeiter liest einem eine Reihe Texte vor mit denen sich Apple rechtlich absichern möchte. Also, dass die Daten danach weg sind, man es nicht rückgängig machen kann, und so weiter. Nach jedem Absatz wird man dann gefragt ob man es verstanden hat und weitermachen möchte. Eine ziemlich langwierige Angelegenheit die gut und gerne 15 Minuten gedauert hat.

Auf der einen Seite natürlich ziemlich zeitaufwändig und umständlich für den Kunden, aber auch für Apple. Ich fand es jedenfalls unterhaltsam mir vorzustellen, wie ein Callcenter-Mitarbeiter, der auf Teamleiter-Ebene arbeitet, sich Seite um Seite an einem ewig langen Script entlang hangeln muss. Und anstatt mich darüber zu ärgern, wie mir meine Zeit geklaut wird, habe ich es als Unterhaltung genossen und währenddessen über die Effektivität des Ganzen nachgedacht.

Wenn man jedenfalls die Datenschutzerklärungen, welche man im Rahmen der Anmeldung zu Online-Diensten präsentiert bekommt über das Telefon vorgelesen bekommen würde, wäre das vielleicht gar nicht so verkehrt. Das Ganze wäre extrem zeitaufwändig und teuer für Unternehmen, was einen Anreiz schaffen würde die Texte kurz und verständlich zu halten. Und ich schätze, dass es auch auf Seiten der User ernster genommen würde. Wenn man nur den kleinen Haken „Ich willige ein, dass meine Daten ...“ setzen muss ist der Anreiz sich inhaltlich damit auseinander zu setzen ja schließlich doch eher gering.

In einem kürzlich erschienenen Artikel wird zum wiederholten mal aufgezeigt wohin das     Speichern und Auswerten von Digitalen Informationen führen kann. Es ist gefährlich, mit einer vermeintlichen Erhöhung der Sicherheit willkürliche Datenspeicherung voranzutreiben. Dass der Preis für angeblich höhere Sicherheit eine solche Einschränkung der Medienfreiheit sowie der Persönlichkeitsrechte sein soll, ist nicht akzeptabel. Denn beide sind wichtige Säulen unserer Demokratie, welche wohl den größten Beitrag zu unserer Sicherheit liefert.

Am Mittwoch den 19. Juli sind wir bei der Evangelischen Studierendengemeinde in Freiburg (Turnseestr. 16) zu Gast. Wir werden dort ab 20 Uhr mit Mitgliedern der ESG zum Thema "Gamification und Alltagsüberwachung als gesellschaftliches Phänomen" diskutieren. Weitere Teilnehmer sind herzlich willkommen! Bei Interesse einfach vorbeikommen.

Am kommenden Montag ist Selbstbestimmt.Digital unter dem Titel "Was Facebook, Whatsapp und Co. über Sie wissen" bei der Volkshochschule Freiburg zu Gast. Nach einem groben Überblick zu den rechtlichen Rahmenbedingungen, werden wir einen Einblick in den Wert personenbezogener Daten geben und erläutern wie die Geschäftsmodelle hinter den scheinbar kostenlosen Online-Diensten funktionieren. Anhand von praktischen Beispiele versuchen wir die Möglichkeiten moderner Analysemethoden aufzuzeigen. Zusammen mit Teilnehmern werden anschließend die Datenschutzbestimmungen bekannter Online-Dienste analysiert und gegenübergestellt.

Bei Interesse, kommt einfach vorbei. Die Veranstaltung findet am 22.05.2017 um 20:00 im Schwarzen Kloster (Rotteckring 12), Raum 204 statt. Kosten: 6 Euro (Abendkasse)

Update 23.05.2017: Das Handout mit Linksammlung ist nun verfügbar.